Einbürgerungsstatistiken

Zahl der Einbürgerungen leicht gestiegen
Kategorie: Migrationssozialarbeit
Von: Harald Löhlein

Im Verlauf des Jahres 2010 wurden in Deutschland knapp 101 600 Ausländerinnen und Ausländer eingebürgert. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) waren das 5 500 Einbürgerungen mehr als 2009 (+ 5,7%) .

Zuvor hatte jedoch die Zahl der Einbürgerungen seit der Einführung des neuen Staatsangehörigkeitsrechts im Jahr 2000 tendenziell abgenommen: wurden im Jahr 2000 noch 186 700 Menschen eingebürgert, sank ihre Zahl bis auf 94 500 im Jahr 2008.

Die Eingebürgerten waren im Schnitt knapp 30 Jahre alt und lebten seit rund 15 Jahren in Deutschland. Der Frauenanteil lag bei 51%. Im bundesweiten Vergleich war die Entwicklung recht unterschiedlich: In zwölf Ländern gab es mehr Einbürgerungen als im Vorjahr – am größten war der Anstieg in Nordrhein-Westfalen (+ 1 831), Hamburg (+ 1 589) und Hessen (+ 1 228); dagegen sank in vier Ländern die Zahl der Einbürgerungen – am stärksten in Berlin (– 772) und im Saarland (– 236).

Die größte Gruppe der Eingebürgerten stellten 2010 – wie schon in den Jahren zuvor – Menschen aus der Türkei mit knapp 26 200 Einbürgerungen. Der Anteil an allen Einbürgerungen entsprach mit 26% ungefähr dem Anteil der türkischen Staatsangehörigen an allen in Deutschland lebenden Ausländerinnen und Ausländern. Danach folgten Einbürgerungen von Personen aus dem ehemaligen Serbien und Montenegro und seinen Nachfolgestaaten (rund 6 500 Fälle), aus dem Irak (etwa 5 200 Fälle) und Polen (knapp 3 800 Fälle).

Zusätzlich zu diesen Einbürgerungszahlen ist zu berücksichtigen, dass jedes Jahr ca. 40.000 Kinder ausl. Eltern mit der Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten. Sie müssen sich dann allerdings zwischen dem 18. und 21. Lebensjahr zwischen der deutschen und der ausl. Staatangehörigkeit entscheiden.
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